es ist zurück!

Liebe Freunde, alte Bekannte, treue Ex-Leser,

es ist nun über zwei Jahre her, dass dieser Blog das letzte Mal aktualisiert wurde. Er endet genau an der Stelle in meinem Leben, an der ich das wunderschöne London – die Zeit dort bleibt unvergessen – hinter mir ließ und zurückkehrte in die schnöde Heimat.
Dass ich aufgehört habe zu schreiben hat diverse Gründe. In erster Linie allerdings (ja, ich könnte es auf unfassbar viel Stress schieben oder so…aber was soll das denn) versiegten die Inspirationen für neue Texte aufgrund totaler Ereignislosigkeit in meinem Leben.

Na gut, ich übertreibe gerne (same old, same old..) . Tatsächlich ist schon das ein oder andere passiert, ich bin umgezogen, bin mittlerweile in der Endphase meines Studiums, habe mir einen Hund zugelegt, einen Freund, ein paar neue Freunde (die alten waren irgendwie so verbraucht). Habe etliche Gehirnzellen in irgendwelchen Kneipen gelassen und viele neue Bands für mich entdeckt.
Aber all das war nicht der Berichterstattung wert.

Doch nun, NUN ändert sich mein Leben grade si-gni-fi-kant!
Das wiederum hat mit dem unausweichlich nahenden Ende meines Studiums zu tun. Welches jedoch nicht das Ende meiner Universitätszeit ist! Die Alma Mater hält mich noch fest umschlossen in ihren – mehr oder weniger – liebevollen Armen, so dass ich noch nicht so ganz bereit bin das Vertraute hinter mir zu lassen und mich auf den freien Markt zu stürzen.
Und ob dieser Änderungen meiner Lebensumstände haben sich die Nachfragen nach meinem Verbleib (ja, in der Prüfungszeit ist man so etwas wie ein sehr fleißiger Eremit) gehäuft und mein Bedürfnis nach Mitteilung (ich kann ja nicht immer nur meinem Hund von meinem Leben erzählen) hat sich ins Unendliche gesteigert.

Liebe Freunde, ich verspreche nicht, dass das Experiment Blog interessant, erheiternd oder erbaulich für euch wird. Seht es einfach als eine Art Selbsttherapie. Wenn ihr wollt könnt ihr das hier ja gerne mitverfolgen.
Wenn nicht, dann tut so als fändet ihr es interessant. Oder sowas.
Ich werde hier vielleicht auch so Sachen machen wie die anderen Blogger alle heutzutage. Musik und Bilder posten oder so. Oder Literaturrezensionen schreiben, die keinen interessieren. Es bleibt spannend.

In großer Vorfreude auf erneutes Schreiben
vom unausweichlichen Schreibtisch grüßend,
eure Silke Karacho

auf gepackten koffern

Treue Leser,
dies ist wohl mein letzter Eintrag aus London. Nach einem sonnigen Tag auf der Arbeit sitze ich jetzt auf gepackten Koffern…ich habe einen schönen Abend bei Stuart und Meike verbracht, sehr gut gegessen, ein paar Gläser Wein geschlürft und bin dann grade nach Hause gekommen. Hier habe ich fix meinen Rucksack vollgequetscht, auf Gedeih und Verderb, und hoffe und bete nun, dass der Reißverschluß (Rechtschreibreform, du kannst mich mal! Ich benutze gerne das scharfe S) hält. Und dass ich nicht mehr als 20kg im Ranzen hab.
Morgen schleppe ich den ganzen Kram dann zur Arbeit, Abschiednehmen und so. Und Abends gehts auf zu Adam. Da hänge ich dann noch ein bisschen mit ihm, seiner deutschen Frau und seinem Sohn Elijah – welcher vor zwei Tagen das wunderbare Wort „Scheiße“ gelernt hat – rum und dann geht die Mojito Party los. Ihr seht, mein Manager hat bei der Abstimmung zum besten Abschiedspartyaustragungsort gewonnen. Es wird jetzt eine kollektive Mojito-Pyjama-Party, wir bleiben einfach alle über Nacht, weil er als einziger nicht im East End wohnt.

Und Samstagmorgen? Na, ganz einfach: Dann komm ich zurück in die Heimat.

Bis bald, meine Lieben.
Eure Silke.

herbst. ekelhaft!

Ok, machen wir es offiziell: Es ist Herbst in London. Aber hallo! Das meine am meisten gehasste Jahreszeit sich jedoch so unfassbar unübersehbar, quasi mit Pauken und Trompeten, in meinem Leben breit machen musste….das halte ich doch ein wenig für übertrieben. Danke Herbst, du Arschgeige! (Entschuldigt meine vulgäre Ausdruckweise)
Letzte Woche saß ich noch bis in die frühen Morgenstunden draußen vor irgendwelchen Pubs und Bars und habe die spätsommerlich laue Luft genossen. Und dann: Erst liege ich aufgrund der fiesesten Erkältung ungelogen 52 Stunden im Bett. Und dann verlasse ich heute das Haus und es regnet! Und es regnet nicht nur, es regnet ununterbrochen. Und dann ist es auch noch kalt! Ich kann meinen Atem sehen! Ist das nicht furchtbar? Ich vermisse den Sommer jetzt schon.
Apropos Vermissung: Nur noch zwei Tage. Als ich heute mit dem Bus zur Arbeit gefahren bin, wurde ich beinahe melancholisch. Das mag zum Einen an der Musik gelegen haben. Man sollte den Tag eben doch IMMER, und ich meine IMMER, mit Punkrock beginnen. Und niemals, ich meine NIEMALS, mit Singer-Songwritern, die eben einfach ein furchtbar schreckliches Leben haben. Und sehr, sehr traurig darüber sind. Ich fuhr also so durch East-London und mir wurde zunehmend deutlicher, wie sehr ich das hier vermissen werde. Die Stadt ist schon was besonderes. Und meine Arbeit auch.
Ja, es ist interessant was meine baldige Abreise mit mir und mit den Leuten um mich herum so macht. Kunden ringen mit ihrem Terminkalender um vor Freitag doch nochmal reinzuschauen. Maaike und mein Chef wollen beide eine Abschieds-Mojito-Party bei sich zuhause machen und versuchen mir nun die Vorteile des jeweiligen Austragungsortes schmackhaft zu machen (Adam´s „If we have the mojito-party at my place, you don´t have to bring any rum. And maybe Conny can drive you to the airport“ klang aber definitv sehr verführerisch). Steph guckte heute einfach traurig und versuchte sich an die Vorteile internationaler Freundschaften zu erinnern. Es ist alles ein wenig rührend, um ehrlich zu sein.
Aber es ist einfach so komisch. Ich habe mit den einigen dieser Leute so unfassbar viel Zeit verbracht. Den ganzen Tag auf der Arbeit, eben. Plus dann noch die Abende und Wochenenden. Und dann hab ich mich aber nicht nur mit den paar Leuten so gut verstanden, mit denen ich mich richtig angefreundet habe. Sondern ich hab mich eigentlich mit dem ganzen Team gut verstanden. Das war schon besonders.

Ich hab mich auf jeden Fall gefreut heute wieder fit genug gewesen zu sein, um die Abendschicht übernehmen zu können. Die strikte Bettruhe hat nämlich wirklich geholfen. Tendiere ich doch sonst eher zum stoischen weiterarbeiten und wochenlangem rumschleppen einer leichten Erkältung, so hat mir meine Radikalruhekur doch eine schnelle Genesung gebracht. Vielleicht sollte ich mir das mal für die Zukunft merken.

Also, Freunde, ich hab jetzt hier noch zwei Tage. (Ja, ich weiß…ich sagte das bereits ein paar mal. Das hat alles mit Verarbeitung zu tun. Realisiserungsprozess und sowas….) Und dann komm ich zurück. Und dann gehts rund. Ich freu mich schon auf alle, die ich am Samstag und im Laufe der nächsten Wochen endlich wiedersehe.
Denn auch wenn ich hier alles vermissen werde, auf die Heimat freu ich mich einfach sehr. Da geht halt nix drüber, wa?

Eure Silke

achtung! pandemie!

Na, großartig.
Ich bin nun also doch krank. Mein Bett habe ich seit dem letzten Blog-Eintrag nur sporadisch verlassen, nur zum Essen und solchen lebensnotwendigen Angelegenheiten. Arbeit konnte ich heute schon wieder abschminken. Komisch, das hat mich wirklich geärgert…denn eigentlich freu ich mich immer sehr auf die Arbeit. Ich war also tatsächlich etwas enttäuscht, dass ich heute schon wieder nicht gehen konnte.
Nun liege ich hier also rum, in meinem hässlichen Zimmer, nur ich mit meinen Büchern, meinem Computer und meiner Rotznase und hoffe, dass ich bald wieder gesund werde. Komischerweise bin ich tatsächlich krank genug, um auch wirklich nicht aufstehen zu wollen. Mir wird quasi gar nicht wirklich langweilig, auch wenn ich jetzt echt schon seit Sonntagnachmittag hier rumliege und vor mir hindämmere. Merkwürdig, oder nicht?
Dabei sehe ich auch noch hundsmiserabel aus, was auch an der mangelnden Anziehungskraft der eher kühlen Dusche liegt. In Romans Blog werde ich folgendermaßen beschrieben: „eine letztendlich doch erkrankte Hauptrolle in einem Pandemie-Film“. Und das war Sonntag! Ich befürchte, meine Attraktivität hat sich seitdem nicht sonderlich verbessert. Herzlichen Glückwunsch. Dieser Umstand führt wiederrum zu einem erheiternden Eiertanz; wann immer ich mich doch in die Küche bewegen muss, schleiche ich auf Zehenspitzen durchs Haus, in der Hoffnung keinem Mitbewohner zu begegnen. Denn das wäre irgendwie dann doch unangenehm, für beide Beteiligten quasi.
Naja, zum Glück ist das Wetter voll auf meiner Seite: Ich habe die Vorhänge zugezogen um nicht die ganze Zeit auf eine nassnieselnde, graue Wolkendecke starren zu müssen. Das ist immer eine gute Taktik, mach ich in Köln auch: Sobald das Wetter schlecht ist, gehe ich in so eine Art Verneinungshaltung. Ich ziehe die Vorhänge zu, mache gemütliches Licht an und tu so als wäre schon Abends.
Viel mehr kann ich also jetzt auch gar nicht schreiben. Ich könnte natürlich meine – ausnahmsweise ganz wörtlich – kranken Gedanken mit euch teilen, aber ich glaube, damit wäre weder dem Leser noch mir selber ein Gefallen getan. Von daher werde ich mich jetzt lieber meiner neuen Lieblingsbeschäftigung zuwenden und rolle mich zurück in den vegetativen Dämmerzustand.

Euch wünsche ich einen bazillenfreien Tag. Und verbleibe mit einem heiseren: Auf Bald.
Silke.

ambivalent. höchst ambivalent.

Liebe Freunde, liebe Leser,

was hatte ich ein interessantes Wochenende. Freitag fing ja schon gut an, mit den Girls in Shoreditch. Samstag war ich dann mit Maham in Departure verabredet, wir wollten was basteln. Guter Plan, aber leider ist er so nicht aufgegangen. Ich hatte unterschätzt, wie schlecht ich mich tatsächlich fühle, wenn ich Menschen beim der Arbeit zuschauen muss. Samstag war nämlich, muss man dazu sagen, die Hölle los im Cafe. Und es waren nur Steph, Maaike und eine der Amerikanerinnen da (vielleicht sollte ich doch der Höflichkeit halber mal herausfinden, ob sie Maria oder Marie heißt), am rödeln wie die Idioten und trotzdem nicht schnell genug mit allem. Und eh ich mich versehen habe, habe ich auch schon fleißig Essen serviert, Kaffee gekocht und kassiert. Und dann, bevor ich überhaupt die Bastelsachen rausholen konnte, war Roman auch schon da.
Romi und ich sind dann shoppen gewesen (hach, ist meine Sprache heute elaboriert), und ausnahmsweise habe ich mal nichts gekauft. Er brauchte einen Anzug, und mir graute es schon davor. Ich hab ja keine Ahnung wie man Anzüge kauft, aber ich erinnere mich, dass die Anzug-Ausflüge zu Anson´s nach Köln meinem Papa damals immer viele Nerven gekostet haben. Von daher dachte ich, dass es so einfach nicht sein kann. Gut, Roman ist aber nicht so groß wie mein Papa, vielleicht hat es sich deshalb auch als einfacher herausgestellt. Standard-Größe, Standard-Länge und so Sachen. Innerhalb von knapp zwei Stunden Oxford Street war Roman um einen schicken Anzug, ein Flannellhemd und eine neue Hose reicher. Und um einiges ärmer, aber so geht das eben.
Danach waren wir gemütlich essen, haben witzige Fotos gemacht und sind dann später in ein paar Kneipen und auf ein sehr interessantes Nite Jewel Konzer gegangen. Wir hatten gute Gespräche und sehr viel Spaß.
Leider ging diese Erfolgsserie heute so nicht weiter, denn als ich aufwachte, war ich krank. Oh wei! Meine Kopfschmerzen wurden im Verlauf des Vormittages immer mehr, meine Stimme immer weniger, meine Nase immer rotziger, meine Laune auch. Kurzum: Ich musste fix ins Bett. Auf der Brick Lane hatte ich dann noch ein kurzes Kreislaufproblemchen, aber so geht das eben.
Ich hab Roman also alleine zur Victoria Station geschickt – ich hoffe zu diesem Zeitpunkt noch immer, dass er angekommen ist und nicht noch immer Runden in der Circle Line fährt – und bin eins, fix, drei ins Bett. Und da bin ich immer noch. Habe den ganzen Tag geschlafen, einen deprimierenden Polanski-Film gesehen, und gleich werde ich weiterschlafen.
Leider habe ich von daher heute Abend echt was verpasst: Ausstellung, Konzert und Pyjama-Party um genau zu sein. The Bridge Collective hatte da echt was auf die Beine gestellt und Steph, Maham und ich wollten gehen und das ganze dann zu einer Sleepover-Party ausarten lassen. Naja, ohne Stimme und mit schlechter Laune macht das ganze natürlich nicht so viel Sinn. Steph schrieb aber bereits, dass die Ausstellung großartig war und dass es eine sehr interessante Gesprächsrunde zwischen Christen und Anarchisten gab (ich finde immer noch gut, dass sich das so schön reimt). Na gut, wenigstens habe ich was richtig gutes verpasst! Hmpf.
Morgen geht es mir aber hoffentlich besser und ich kann auf die Arbeit und den Nachmittag wie geplant mit Maaike verbringen. Meine letzte Woche London im Bett zu verpennen war nicht so mein Plan!
In diesem Sinne verabschiede ich mich jetzt für eine weitere Runde Genesungsschlaf und verbleibe mit rotzigen Grüßen.
Silke, die fiese Bazille.

Wie ihr sicherlich aber schon gespannt erwartet folgt natürlich auch noch ein Mixtape:
TEIL III: EIN FRIEDLICHER SPAZIERGANG
1. Radiohead – 15 Steps
2. Neil Young – Heart of Gold
3. Breaksea Caravel – The Butcher
4. Hellsongs – Symphony of Destruction
5. Mewithoutyou – O, Porcupine
6. Gotye – The Only Way
7. Blondie – 11:59
8. Radio Birdman – Anglo Girl Desire
9. Hellacopters – It´s Good But It Just Ain´t Right
10. 16 Horsepower – Single Girl
11. Hot Water Music – Position
12. Pedro The Lion – Beauty Queens
13. Bob Dylan – Everything Is Broken
14. The Streets – I Love You More (Than You Like Me)
15. Radiohead – Bodysnatcher
16. Eddie Vedder – Hard Sun
17. Chuck Ragan – California Burritos